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Sicher & Denkmalgerecht: Brandschutz für Pfarramt Haag

Sicher & Denkmalgerecht: Brandschutz für Pfarramt Haag


23. März 2023. Die FSE Ruhrhofer & Schweitzer GmbH wurde mit der Erstellung eines Brandschutzkonzeptes für den Zu- und Umbau des unter Denkmalschutz stehenden „Pfarrhof Haag“ mit Pfarramt und bestehenden Wohneinheiten beauftragt.

Nach erfolgter Bestandserhebung der bestehenden Bauteile erfolgte im Einvernehmen mit Bauherrn, den weiteren beauftragten Fachplanern sowie den zuständigen Behörden die Abstimmung der brandschutztechnischen Ertüchtigungsmaßnahmen zur wesentlichen Verbesserung des Bestandes aufgrund der im Gebäude vorhandenen unterschiedlichen Nutzungen (Pfarramt, Veranstaltungen, Versammlungsräume, Wohnungen).

Baulich wird der Bestand durch vertikale Brandabschnitte, die als Brandwände über Dach geführt getrennt und werden bestehende Decken soweit brandschutztechnisch erforderlich entsprechend ertüchtigt.
Die Entfluchtung wird an den heutigen Stand der Technik herangeführt. Die Fluchtwege führen künftig innerhalb von 40 m entweder zu einem sicheren Bereich des angrenzenden Geländes ins Freie bzw. zu dem neuen sicheren Treppenhaus (sinngemäße Ausführung nach Tab. 2a der OIB-RL 2). Die Sicherheitsbeleuchtung im Gebäude wird nach der OVE E 8101 iVm OVE-RL R12-2 (Ausführungsart: auf Fluchtwege eingeschränkte Sicherheitsbeleuchtung) mit lichttechnischen Anforderungen nach der ÖNORM EN 1838 hergestellt.

Weiters ist eine neue Aufzugsanlage geplant und wird nach Umsetzung des Bauvorhabens die erforderliche Barrierefreiheit in den allgemein zugänglichen Bereichen sichergestellt, da auf gleichem Niveau der nächste Brandabschnitt barrierefrei erreicht werden kann.

Die Beheizung erfolgt in Form einer neuen Hackschnitzelheizung und entsprechen brandschutztechnisch vollständig dem aktuellen Stand der Technik. Das Bauvorhaben stellt sowohl in der Planungs- als auch in der Ausführungsphase eine Herausforderung dar und sind die Schutzziele für den sicherzustellenden Personenschutz- und Sachwertschutz entsprechend zu berücksichtigen, um einen sinnvollen Brandschutz aufbauend auf den Bestand zu gewährleisten. Da der Brandschutz eine Querschnittsmaterie darstellt können sinnvolle Lösungen im Bestand nur gemeinsam erarbeitet werden.

Die Fertigstellung ist mit Ende 2024 zu erwarten.

Wo Geschichte auf Sicherheit trifft

Wo Geschichte auf Sicherheit trifft


20. August 2026. Durch die geplante Neuinterpretation der ehemaligen Reitschule entsteht – ergänzend zum Wolkenturm und zum Auditorium – ein weiterer Konzertsaal: der Rudolf Buchbinder Saal, benannt nach dem langjährigen künstlerischen Leiter des Grafenegg Festivals.

Zu Beginn der Projektbearbeitung im Frühjahr 2023 wurde eine umfassende Bestandserhebung des historischen Gebäudes durchgeführt. Aufbauend hierauf sind gemeinsam mit dem Architekten und dem Team aus Fachplanern Maßnahmen für die geplante umfassende Veranstaltungsnutzung sowohl hinsichtlich der Ertüchtigung des Bestandes, der Aufstockung der Reitschule und des Neubaus festgelegt worden.

Baulich werden nach Abstimmung mit den zuständigen Behörden insbesondere dem Bundesdenkmalamt, wie auch bereits im Bestand teilweise vorliegend, brandabschnittstechnische Trennungen gegenüber der Bestandsgebäude vorgesehen. Der geplante Gebäudekomplex, bestehend aus der ehem. Reitschule, der Aufstockung, in der der große Konzertsaal platz findet, und das neue Nebengebäude, wird als ein gemeinsamer Brandabschnitt vorgesehen. Die Fluchtwege führen dabei aus dem Erdgeschoß, in dem sich neben dem großen Konzertsaal weitere Veranstaltungsbereiche befinden, die auch kleinzelliger nutzbar sind, direkt ins Freie. Aus sämtlichen Bereichen im Obergeschoß werden die Fluchtwege einerseits über ein sicheres Treppenhaus nach Tab. 3 der OIB-RL 2 und andererseits über eine offene Treppenanlage ins Freie geführt. Zur bestmöglichen Kennzeichnung der Fluchtwege wird eine Sicherheitsbeleuchtung nach OVE E 8101 iVm OVE-RL R12-2 ausgeführt.

Neben der Festlegung der brandschutztechnischen Planung in Form eines Brandschutzkonzeptes samt zugehörigem Brandschutzkonzeptplan dürfen wir das Projekt auch während der gesamten Bauphase begleiten. Im Rahmen der brandschutztechnischen Bauüberwachung finden regelmäßige Brandschutzbegehungen mit den ausführenden Firmen statt. Der Fokus liegt dabei auf die bewilligungs- und zulassungskonforme Ausführung der Brandschutzmaßnahmen. Die Schnittstelle zu Bestandsbauteilen stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Abschließend werden vor der Fertigstellung Brandschutzpläne und Flucht- und Rettungspläne erstellt.

Wir waren gerne dabei und durften dieses besondere Projekt von der Planung bis zur Fertigstellung brandschutztechnisch begleiten. Ein spannendes Vorhaben, bei dem insbesondere die Verbindung von historischem Bestand und neuer Veranstaltungsnutzung eine besondere Herausforderung darstellte.